Historisches

Eisenbahnunglück am Harrastunnel
Das Eisenbahnunglück am Harrastunnel

Am 3. Advent 1913 ereignete sich am Harrastunnel ein tragisches Eisenbahnunglück durch einen großen Felssturz. Hier erfahren sie mehr...

Am 14. Dezember 1913 (3. Advent) fuhr 22:20 Uhr der Personenzug
Frankenberg – Chemnitz mit 10 Minuten Verspätung ab. Am Eingang des Harrastunnels bemerkte der Lokführer, dass das Signal nur halb geöffnet war und im Tunnel kein Ausgangslicht zu sehen war. Sofortiges Notbremsen verringerte nur den Aufprall des Zuges mit zwei Loks, drei Leerwagen und 9 gering besetzten Personen- wagen auf die den Tunnelausgang blockierenden Felsmassen.

Ein Wintergewitter kurz vorher hatte ca. 100 m³ Felsmassen über dem Tunnelausgang herabstürzen lassen. Von den Fahrgästen waren 6 sofort tot, vier starben danach noch an ihren schweren Verletzungen. Über 40 Verletzte waren zu beklagen. Wie durch ein Wunder blieb das Zugpersonal unverletzt. 7 Personenwagen waren zertrümmert und weitere 5 beschädigt. Infolge Gasaustritts aus den Gaslichtleitungen konnten die Rettungsarbeiten lange nur im dunklen bei heillosem Durcheinander von der Frankenberger Seite aus erfolgen.

In einem Waggon befanden sich drei Fußballmannschaften aus Chemnitz, die von einem Turnier in Frankenberg zurückfuhren, u .a. die 1. Fußballmannschaft „National“, von denen viele verletzt wurden.

In der Folge hat die Bahnverwaltung durch Vorziehen des Tunnelportals und Befestigungen am Felsen einiges zur Verhütung solcher Naturkatastrophen getan.

Ein verletzter Student aus Dresden, dem ein Bein amputiert werden musste und der nicht mit einer allgemeinen Abfindung zufrieden war, klagte auf Schadensersatz. Er erreichte nach langwierigen Verhandlungen beim Reichsgericht am 13. September 1918 die Bestätigung, dass der Sächsische Staat Schadenersatz zahlen musste . Es war keine höhere Gewalt, sondern ein gewöhnlicher Betriebsunfall.

Der Oberbergrat von Freiberg sah folgende Ursache:

Die Katastrophe hatte ein sogenannter Felsschliff herbeigeführt. Quer zur Bahn zog sich über dem Südportal des Tunnels im Hornblendenschiefer eine steile nach Süden geneigte Kluftfläche hin, deren unterer Ausstrich auf Photographien des Harrasfelsens, die vor dem Unglück aufgenommen worden waren deutlich zu sehen ist. Der obere Teil des Ausstrichs mag wohl unter Rasen und Gestrüpp verborgen gewesen sein. Die vielen Wassermassen, die an jenem Abend niedergingen, vollendeten das, was die Regengüsse vieler Jahre vorher schon vorbereitet hatten. Die zerrissenen Gesteinsteile im Kluftraum wurden zu einem schlüpfrigen Brei erweicht, der auflastende Fels setzte sich auf dieser Gleitfläche in Bewegung und stürzte ab.

 
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