Historisches

Wanderblatt
Wanderblatt Lichtenwalde

 

Auszug aus dem Lichtenwalder Wanderblatt

01 – Schloss
Eine erste Bebauung ist aus Anfang 13. Jh. nachweisbar. 1722-1726 entstand im Auftrag der Graf von Watzdorf ein neues Schloss auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus. Später erbten die Grafen Vitzthum von Eckstädt das Anwesen mit deren Namen es bis 1945 verbunden blieb. Nach einem verheerenden Brand 1905 erfolgte der Wiederaufbau in alten Abmaßen aber mit modernster innerer Organisation. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich eine Lungenheilstätte im Schloss, später eine Akademie des Gesundheitswesens. Seit 1999 gehört das Gebäude zur Sächsischen Schlösserverwaltung. Der Besucher findet heute im Schloss u. a. ein Museum und Gastronomie.

02 – Barockgarten
Die Gestaltung des Barockgartens wurde 1730 durch die Familie der Grafen von Watzdorf in Angriff genommen. Die Anlage zeichnet sich durch ihre mehrfache Terrassierung sowie eine Vielzahl an Wasserspielen und wundervolle Ausblicke in die Landschaft aus. Obwohl um 1800 und später Änderungen Einzug hielten, blieb die barocke Grundstruktur des Gartens bis heute erhalten. Nach der Wende wurde er vollständig restauriert.

Weiterführende Angaben zu Schloss und Garten entnimmt man dem Heft „Lichtenwalde- Ansichten eines reizvollen Ortes im Zschopautal“.

03 – Kellerhaus
Das Gebäude wurde als Wohnhaus für den Gärtner mit der Anlage des Parks errichtet. Unter dem Gebäude liegt der „Gemüsekeller der alten Burg“, über den zweiten vergitterten Eingang am Gebäude erreichbar.

04 – Orangerie
Das neue Pflanzenhaus wurde als schlichter Zweckbau mit Gärtnerwohnung um 1820 errichtet. 1955 schuf man durch Einkürzen des Pflanzenhauses zusätzlich Wohnraum. Die Komplettsanierung fand 1995/96 statt.

05 - Gräflicher Friedhof
Den Gräflichen Friedhof legte 1878 Graf Friedrich Ill. Vitzthum von Eckstädt für Mitglieder seiner Familie an. Bemerkenswert ist das Holzkreuz von Anfang des 20. Jh. mit Schnitzerei aus Oberammergau. Es wurde 1995 restauriert.

06 – Speicherbecken
Das ca. 740 m3 fassende, barock geformte Becken befindet sich an der höchsten Stelle des Geländes. Das Wasser wird aus der Zschopau gepumpt. Von Bassin fließt das Wasser im freien Fall zu den einzelnen Wasserspielen des Parks. Mit der Sanierung wurden an Wasserspielen teilweise Umlaufpumpen installiert, um einen Dauerbetrieb zu gewährleisten.

07 – Brauerei
Die Brauerei wurde 1725 an diese Stelle verlagert. Vorher befand sie sich im Burggelände. Nach einem Brand 1842 entstand im Erdgeschoss ein Brauereilokal mit gewölbter Decke und im ersten Stock. Malzdarre, Vorboden sowie Wohnungen. Nach einer denkmalgerechten Sanierung wird das Gebäude vom Landeskontrollverband e.V. (u. a. als Milch- und Futterlabor) genutzt.

08 – Rittergut
Die älteste urkundlich belegbare Nennung des Rittergutes findet man 1349/50. 1609 brannte es nach Blitzschlag vollständig nieder und wurde auf kurfürstlichen Befehl neu aufgebaut. Zwischen 1879 und 1912 erfolgten Umbauten am Rittergut. Nach 1945 entstand das Volksgut. Heute findet man in der Anlage eine Mischung aus Gewebe- und Wohnräumen.

12 - Lichtenwalder Mühle
Die Schlossmühle wird bereits 1349/1350 urkundlich erwähnt. 1872 neu verpachtet, erfolgte bis 1880 der Umbau zu einer modernen Anlage mit Wasserturbine, leistungsstarke Müllereimaschinen, Getreidesilo und Holzschleiferei. Nach Einstellung des Mahlbetriebes diente der Bau ab 1954 nur noch Lagerzwecken. Mit den 1968 u. 1988 eingebauten Generatoren zur Energiegewinnung kann man ca. 500 Haushalte versorgen. 2006 erfolgte ein Teilabriss der Mühle. An der Mühle steht mit dem Kunstwärterhaus das älteste erhaltene Wohngebäude von Lichtenwalde.

13 – Harrasdenkmal
Die Säule wurde 1801 im Zuge der Parkerweiterung zur Erinnerung an die Harras-Sage eingeweiht. 1981 von Rowdys zerstört, wurde sie1994 erst am alten und nach dem Hochwasser 2002 an diesem Standort neu aufgestellt.

15 – Ehem. Standort des Harrasdenkmals und die Körnereiche
Der Baum neben dem „Bruchstein“ (ehem. Standort des Harrasdenkmal) wurde 50 Jahre nach Körners Tod, am 26 August 1863 durch Bürger Frankenbergs gepflanzt um den jungen Dichter zu ehren. Ganz in der Nähe stand auch die gewaltige Harraseiche, deren Alter zuletzt auf 500-700 Jahre geschätzt wurde. Sie war eine Sehenswürdigkeit des Zschopautales. In 1,50m Höhe betrug ihr Umfang 8.5m. 1949 brannte die Eiche und wurde gefällt. Seit Frühjahr 1950 steht an dieser Stelle ein neuer Baum.

16 - Harrasfelsen mit Körnerkreuz
Eine Sage berichtet, dass der Ritter Dietrich von Harras 1454 vom Felsen hinab in die Zschopau gesprungen ist, um so seinen Verfolgern zu entrinnen. Theodor Körner lernte während eines Studienaufenthaltes in dieser Region die Sage kennen und verfasste danach die Ballade von Harras dem kühnen Springer. An den Dichter erinnert das 5m hohe Körner-Kreuz.

18 - “Fünfer”Brücke
Bis 1870 gab es als Verbindung zwischen den Zschopauufern nur Kahn und Furth. Der ab 1870 vorhandene einfache Holzsteg wurde im Auftrag des Mühlenpächters um 1879 durch eine Holzbrücke ersetzt und diente als Verbindung zwischen Mühle und Bahnhof zu Transportzwecken mit Loren auf Feldbahngleisen. Da es sich bis 1945 um eine Privatbrücke handelte, musste man Brückenzoll zahlen (erst 3Pf, dann nach 1919 5Pf). Der jetzige Brückenbau stammt aus dem Jahre 2005.

 
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